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Presse
11.02.2019, 08:54 Uhr | Abgeordnetenbüro
Biodiversität in der Praxis
Projektziel: Gemeinsam Artenvielfalt erhalten!
Biodiversität, Artenvielfalt und der Verlust natürlicher Habitate lösen in der Landwirtschaft, der Gesellschaft und im politischen Umfeld zunehmend heftige und teils emotionale Diskussionen aus. Dabei ist klar, dass wir nur gemeinsam Verbesserungen erreichen können. Die Triesdorfer Lehranstalten haben deswegen ein Konzept entworfen, das Maßnahmen im Bereich der Biodiversität initiieren und wissenschaftlich begleiten soll. Gemeinsam mit dem Stimmkreisabgeordneten für den Bayerischen Landtag Manuel Westphal wurde das Projekt „Biodiversitäts-Kommune“ der Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber vorgestellt.
In der aktuellen Diskussion wird außer Acht gelassen, dass auch die Gestaltung öffentlicher Flächen, Ausgleichsflächen und von Privatgärten maßgeblich zur Erhöhung der Artenvielfalt beitragen kann. Die Landwirtschaft kann also nicht als alleiniger Verursacher des Artensterbens ausgemacht werden.

„Nichtsdestotrotz ist es wichtig, gemeinsam an einer Verbesserung der Situation weiterzuarbeiten. Die Landwirtschaftlichen Lehranstalten haben dazu ein Projekt erarbeitet, das den Gedanken der Biodiversitätsstrategie in der Praxis umsetzt, wissenschaftlich begleitet und langfristig ergänzen und verbessern soll. Durch die Beteiligung verschiedener Akteure, wie im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen dem Bienenpakt, werden wichtige Synergien entstehen, die der Artenvielfalt nutzen. Das Projekt ist bayernweit einzigartig!“, erklärte Westphal.

„Ein wichtiger Schritt im Rahmen der Biodiversität wird es sein, gemeinsam mit den Landwirten effiziente Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität zu erarbeiten. Mit einem vergleichenden Ansatz zwischen ökologischer und konventioneller Landnutzung, der in den vergangenen Jahren in Triesdorf bereits angelegt wurde, soll im Jahr 2019 eine Biodiversitätsstrategie für landwirtschaftlichen Betriebe in Triesdorf (konventionell) und Lichtenau (ökologisch) entwickelt und an praktischen Beispielen umgesetzt werden“, erklärte Markus Heinz, Leiter der Abteilung Pflanzenbau in Triesdorf im Gespräch mit der Landwirtschaftsministerin.

Sowohl Heinz, als auch Norbert Bleisteiner, Leiter des Fachzentrums für Energie- und Landtechnik in Triesdorf und auch Westphal sind sich sicher: „Die Erarbeitung und Umsetzung einer Biodiversitätsstrategie für landwirtschaftliche Betriebe sind wichtige Schritte, um das Bildungscluster Triesdorf zu stärken und gleichzeitig den Dialog zwischen Gesellschaft und den Landnutzern zu versachlichen.“

In Kooperation mit Landwirten und Imkern aus den beiden Landkreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen und dem Markt Kastl/Oberpfalz sollen im Rahmen der Biodiversitäts-Kommune Praxisbeispiele inhaltlich begleitet werden. Die dort erprobten Maßnahmen werden auf Kommunen in der Region übertragen und damit wichtige Erkenntnisse zur Biodiversität zur Verfügung gestellt.
Dabei liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung von Maßnahmen in Verbindung mit den Möglichkeiten kommunaler Einrichtungen zur Steigerung der Biodiversität. Dazu gehören unter anderem Blühflächen auf öffentlichen Liegenschaften oder die Integration von Blühstrukturen auf unwirtschaftlichen Flächen eines Landwirtes.  

Besonders Maßnahmen, die für ein bedarfsgerechtes Nahrungsangebot für Bienen (Wild- und Honigbienen) und weiterer Insekten sorgen, werden erprobt. Dabei werden aber auch Defizite im regionalen Nahrungsangebot aufgezeigt und Verbesserungsvorschläge eingebracht. Ziel ist es, zum einen die Grundlagen für Biodiversität zu stärken, zum anderen aber auch die Landwirtschaft möglichst wenig zu beeinträchtigen. Zusätzlich sollen Indikatoren entwickelt werden, die für die Qualität eines regionalen Lebensraumes stehen und messbare Lebensraumstandards definieren. „Wir können den Landwirten und öffentlichen Trägern damit auch Nutzungskompensationen aufzeigen“, ergänzte Bleisteiner.

Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts soll durch die Landesanstalt für Landwirtschaft und den Partnerhochschulen in Triesdorf und Nürtingen erfolgen. Das Monitoring dient zum einen dazu, den aktuellen Stand der Biodiversität festzustellen, zum anderen aber auch um die Auswirkungen der Maßnahmen fortlaufend zu überprüfen. Diese Erkenntnisse sollen dann nicht erst in ferner Zukunft, sondern fortlaufend auf Kommunen in der Region übertragen werden. Das Projekt dient also auch zu einem besseren Wissenstransfer zwischen Landwirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Die Landwirtschaftsministerin begrüßte die Initiative ausdrücklich und versprach eine Begleitung durch die Landesanstalt für Landwirtschaft. Sie kündigte zudem an, dass zeitnah Ergebnisse aus dem Projekt in den Unterricht an allen Landwirtschaftsschulen in Bayern eingebaut werden.

„Das Projekt wird eng von verschiedenen Akteuren begleitet, damit hier Kooperationen aufgebaut werden können. Eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit ist natürlich unverzichtbar. Deswegen freut es mich besonders, dass unsere Landwirtschaftsministerin angekündigt hat, sich vor Ort ein Bild über das Projekt zu machen. Gemeinsam werden wir in unserer Region mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle für ganz Bayern einnehmen und so hoffentlich einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt leisten“, verdeutlichte der Abgeordnete gemeinsam mit den Vertretern aus Triesdorf.