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Presse
08.04.2019, 15:02 Uhr | Abgeordnetenbüro
Zusätzliche Mittel für moderne Managementstrategien am Klinikum
Modellprojekt: Lean-Management Ansatz im Krankenhausbereich etablieren
Die Hochschule Ansbach und die Mitgliedseinrichtungen der Klinik-Kompetenz-Bayern eG haben das innovative Modellprojekt „Lean-Management für Krankenhäuser“ initiiert. Lean-Management ist ein Ansatz der kontinuierlichen Prozessoptimierung und umfasst die effiziente Gestaltung der gesamten Wertschöpfungskette. Im Rahmen des Modellprojekts soll die Anwendbarkeit auf Krankenhausprozesse untersucht werden. Das Klinikum Altmühlfranken, welche diese Zusammenarbeit initiiert hat, wird diesen Prozess unterstützen und eng mit der Hochschule Ansbach zusammenarbeiten.
Während eines Pressegesprächs im Studienzentrum in Weißenburg hoben Landtagsabgeordneter Manuel Westphal, Professor Stefan Slama, Klinikvorstand Jürgen Winter sowie Landrat Gerhard Wägemann (v.li.) die Bedeutung des Projekts hervor.
Turbulent, druckvoll, dynamisch – so erleben die Mitarbeiter in den bayerischen Krankenhäusern häufig ihren Arbeitsalltag. Nahezu täglich sind sie vor neue Herausforderungen gestellt. Um den Patienten die beste Medizin und Pflege bieten zu können, ist neben einer hohen fachlichen Qualifikation ein umfangreicher Koordinations- und Planungsaufwand zwischen den Berufsgruppen, Fach- und Funktionsbereichen, aber auch zwischen dem ambulanten und stationären Bereich notwendig. Hier liegt ein erhöhtes Risiko für Fehler und Probleme. Dieses Risiko möglichst gering zu halten, ist das Ziel des Modellprojekts „Lean Management im Krankenhaus“ der Hochschule Ansbach und der Mitglieder der Klinik-Kompetenz-Bayern e.G.. Das Miteinander aller Berufsgruppen, die Zusammenarbeit an den Schnittstellen und das eigenverantwortliche Problemlösen der Teams wird gefördert, die Verbesserung der Abläufe wird unterstützt und die kontinuierliche Weiterentwicklung vorangetrieben.

„Um dies zu erreichen werden am Technologie- und Studienzentrum der Hochschule in Weißenburg nun zukünftig Führungskräfte und Mitarbeiter aus den KKB-Mitgliedseinrichtungen zu Lean Management Experten ausgebildet. Die Weiterbildungsinhalte sind speziell auf die Gegebenheiten im Krankenhaus ausgerichtet und qualifizieren die Teilnehmer, Lean Methoden kennen zu lernen und nachhaltig im eigenen Unternehmen zu implementieren. Darüber hinaus werden die neuen Lean Manager eine führende Rolle bei der Entwicklung von Veränderungsprozessen einnehmen und diese aktiv gestalten“, so Jürgen Winter, Vorstand des Klinikums Altmühlfranken und Aufsichtsrat der Klinik-Kompetenz-Bayern eG, und Professor Stefan Slama von der Hochschule Ansbach.

Angestoßen hat die Zusammenarbeit das Klinikum Altmühlfranken, welches in den letzten zwei Jahren bereits wertvolle und gute Erfahrungen mit dem Prinzip Lean Management und den angewandten Lean Management-Methoden sammeln konnte.

„So wurden in 12 Abteilungen Teamboards eingeführt, die die berufsgruppenübergreifende Kommunikation verbessern, Abläufe sichtbar machen und dazu dienen, Probleme gemeinsam im Team anzugehen. Auf Anliegen-Karten können die Mitarbeiter notieren, was sie ändern, verbessern oder prüfen wollen. In mehrmals wöchentlichen, kurzen Teamboard-Gesprächsrunden werden diese Ideen in der Gruppe besprochen und Lösungsansätze erarbeitet. Darüber hinaus besprechen die Führungskräfte in bereichsübergreifenden Schnittstellengesprächen gemeinsame Themen und Probleme und versuchen diese, zeitnah zu lösen“, so Winter während eines Pressegesprächs im Studienzentrum in Weißenburg.

Ein weiterer Lean-Managament-Schritt am Klinikum Altmühlfranken ist die Implementierung von Belegungsboards zur besseren Koordination des Krankenhausaufenthaltes der Patienten. An den Belegungsboard-Besprechungen nehmen neben der Stationsleitung und des Oberarztes auch der Assistenzarzt, der Sozialdienst und eine Kodierfachkraft teil.

Winter und Slama sind überzeugt, dass hier ein zukunftsweisendes Projekt gestartet wurde: „Lean Management im Krankenhaus bringt einen wertvollen Mehrwert für die Mitarbeiter, aber vor allem auch für die Patienten. Wir wollen mehr Freiräume und Energie gewinnen und dort einsetzen, wo die Mitarbeiter sie als hilfreich für den Patienten und sich selbst erleben.“

Auf Initiative des Stimmkreisabgeordneten für den Bayerischen Landtag Manuel Westphal soll dieses Projekt mit zusätzlichen Mitteln im Doppelhaushalt 2019/20 ausgestattet werden. „Im Arbeitskreis der CSU-Fraktion für Gesundheit und Pflege haben wir verschiedene Projekte diskutiert, die wir zusätzlich für den Doppelhaushalt, der derzeit beraten wird, einbringen wollen. Unter anderem haben wir uns für das Modellprojekt der Hochschule Ansbach und der Klinik-Kompetenz-Bayern entschieden. Beide Regierungsparteien unterstützen diesen Antrag. Die Beratungen in den beteiligten Ausschüssen haben vor Kurzem begonnen. Ich werde mich weiterhin für dieses Projekt einsetzen, so dass die zusätzlichen Mittel in Höhe von 60.000 Euro nach Beschluss des Haushalts sinnvoll eingesetzt werden können.“ 

Professor Slama freut sich auf die Zusammenarbeit: „Das Modellprojekt hat einen speziellen Reiz. Es verbindet die ausgewiesene Kompetenz der Hochschule Ansbach mit meiner persönlichen Leidenschaft für Lean Management und für das Studienzentrum in Weißenburg. Neben der grundlegenden Erarbeitung von Nutzen und Erfolg im Gesundheitswesen werden wir durch das Projekt, durch Seminare und durch Umsetzungsbegleitung der Ergebnisse letztlich mehr Zuwendungszeit für die Patienten generieren. Die Mitarbeiter der Kliniken erwerben hierbei nicht nur Fachwissen, sondern lernen Methoden kennen, um Lean Management nachhaltig in der Unternehmenskultur zu verankern und ein wesentlicher Teil der ganzheitlichen Optimierung zu sein.“
Das neue Weiterbildungsangebot mit überregionaler Ausstrahlung am Studienzentrum in Weißenburg stärke die Rolle Altmühlfrankens als Bildungsregion in Bayern, wie Landrat Gerhard Wägemann während des Pressegesprächs herausstellte: „Ich freue mich, dass in Weißenburg neben den bereits bestehenden Fort- und Weiterbildungsangeboten der Hochschule Ansbach in den Bereichen Kunststofftechnik sowie Management und Unternehmensführung nunmehr auch neue akademische Weiterbildungsangebote für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft entstehen werden, die sich im Landkreis als regionale Schwerpunktbranche etabliert hat.“ 

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