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Presse
10.04.2019, 16:19 Uhr | Abgeordnetenbüro
Bedeutung der IT-Sicherheit steigt
Expertenrunde in Weißenburg
Unternehmen, aber auch Privatleute bewegen sich zunehmend mehr in der digitalen Welt. Dabei werden zahlreiche Daten aufgenommen, ausgewertet und können in den falschen Händen große Schäden anrichten. Aus diesem Grund reagiert die Politik, die Wirtschaft aber auch die Behörden auf die zunehmende Digitalisierung. Das Thema der IT-Sicherheit wird dabei immer wichtiger. Aus diesem Grund haben sich auf Initiative von Martin Trescher, Geschäftsführer der Adlatus GmbH in Weißenburg, namhafte Experten rund um das Thema Datenschutz zu einem Gesprächsaustausch getroffen.
Zu Beginn berichtete Axel Bernhardt, IT-Sicherheitsexperte unter anderem auch tätig für Gerichte und Staatsanwaltschaften, anhand konkreter Beispiele, in welch großem Ausmaß Unternehmen von IT-Kriminalität betroffen sind. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und dem Anstieg an Möglichkeiten, Daten online illegal abzugreifen, nehmen die Straftaten in diesem Bereich stark zu. Dies bestätigte auch Stefan Schröter, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Schacht. Der Jurist bestätigte die zunehmende Nachfrage von Unternehmen nach einer datenschutzrechtlichen Beratung.  Die gesetzlichen Regelungen werden nachgehend angepasst, so dass auf die zunehmende Kriminalität auch besser reagiert werden könne, waren sich alle Anwesenden einig.

Ein großes Thema in diesem Zusammenhang war im vergangenen Jahr das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Aufsichtsbehörde in Bayern ist dafür das Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach. Teilnehmer der Expertenrunde war auch Andreas Sachs, Referatsleiter Cybersicherheit und technischer Datenschutz und damit Bayerns oberster technischer Datenschützer. Als offizieller Vertreter des Präsidenten berichtete er über den Umgang der Behörde mit Datenschutzverletzungen. Die Meldung von Datenschutzverletzungen habe seit Inkrafttreten der DSGVO zwar zugenommen, doch seien diese meist marginal und müssten nicht mit Bußgeldern bestraft werden. Es komme dabei auch immer auf die Art der Daten an, bestätigte Sachs. Die Abmahnwellen, wie sie vor Inkrafttreten der DGSVO heraufbeschworen wurden, blieben bisher zum Glück aus.

Das Landesamt in Ansbach hatte sich im vergangenen Jahr aber vor allem auf die Beratungsleistung für Unternehmen, Vereine und Privatpersonen konzentriert. Das stelle zwar nicht die eigentliche Pflichtaufgabe der Behörde dar, doch setze man in Ansbach eher auf Beratung statt auf Sanktionen.

Dies unterstützte auch der Stimmkreisabgeordnete für den Bayerischen Landtag Manuel Westphal, der die gute Arbeit der Behörde in den vergangenen Monaten herausstellte und ausdrücklich lobte. „Auch die Bayerische Staatsregierung hatte 2018 den bayerischen Weg eingeschlagen und setzt auf Beratung statt auf Sanktionen. Datenschutz ist eine sehr wichtige Angelegenheit. Die strengen Vorgaben, die Unternehmen beim Speichern sensibler Daten einhalten müssen, sind dabei absolut gerechtfertigt. Vereine oder kleine Handwerksbetriebe dürfen damit nicht übermäßig belastet werden und erhalten im Landesamt für Datenschutzaufsicht eine effiziente Beratung“, erklärte Westphal.

Bisher habe man noch keinen Verein oder Handwerksbetrieb überprüfen müssen, so Sachs. Ihnen ginge es hauptsächlich ja auch um die Datensicherheit bei großen Unternehmen. Markus Etschel als Vertreter der regionalen Wirtschaft befürwortete dieses Vorgehen und ermahnte gleichzeitig, man dürfe die kleineren Betriebe mit der zunehmenden Bürokratie auch nicht überfordern.

Martin Trescher, Geschäftführer eines spezialisierten Industrieversicherungsmaklers, berichtete aus seiner Beratungspraxis. Die Abhängigkeit der Firmen von einem funktionierenden IT-System steigt, der Umgang mit Daten wird gleichzeitig immer stärker reklementiert. Firmen müssen sich mit dem Thema Datenschutz und IT-Sicherheit beschäftigen. In diesem Zusammenhang sei es verständlich, so Trescher, dass die Nachfrage nach speziellem Versicherungsschutz gegen Cyberkriminalität in der Industrie deutlich zugenommen hat.

„Ein spannendes Feld, das wir heute hier besprochen haben. Gemeinsam sind alle Beteiligten, egal ob aus Politik, Wirtschaft oder Behörden auf einem guten Weg für mehr Datensicherheit zu sorgen“, resümierte Trescher.